6. September 2009

Wo gehör ich hin?

Es ist mittlerweile Sonntagabend, eigentlich sollte ich mich langsam für morgen vorbereiten, damit ich morgen gut in die 2. Arbeitswoche starten kann, aber irgendwie geht mir eine Frage nicht mehr aus dem Kopf – Wo gehör ich hin?


Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt, wenn mans genau nimmt sogar 20 einhalb, aber wer nimmts schon genau und außerdem was sagt schon eine Zahl über einen Menschen aus, eigentlich gar nichts, es ist eine lächerliche Zahl, für mich kaum von Bedeutung, aber trotzdem hat sie mit diesem Blogeintrag was zu tun.


Von Freitag auf Samstag hatten wir von der Firma aus eine Firmenexkursion in Tirol, sprich Lehrlinge von Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich und Salzburg fuhren nach Tirol, es kamen Lehrlinge aus allen 3 Lehrjahren, insgesamt waren es dann so um die 40 Lehrlinge und man kanns kaum glauben, aber ich war einer der ältesten, was ja auch nicht sonderlich ist, denn mit 20 sind die meisten Lehrlinge entweder im 3. Lehrjahr oder schon fertig mit der Lehre, von daher wusste ich, dass ich sicher einer der älteren Lehrlinge sein werde (wie oft ich jetzt in dem Absatz „Lehr“ geschrieben hab).


Auch in dem Bereich hat die Zahl 20 keine große Bedeutung, vielleicht sollt ich wieder auf die Ausgangsfrage zurückkommen, wo gehör ich hin?


Es geht vielmehr darum, dass ich einfach eine andere Lebensansicht wie meine Freunde und Altersgenossen habe, auch ist mir dies bei der Exkursion aufgefallen, klar hier waren die Leute eher so 16-18 sprich doch ein wenig jünger als ich, aber ich dachte trotzdem, dass man sich auch über andere Themen als Saufen, Saufen und ach ja ich vergaß nochmal Saufen unterhalten könnte.


Es fing schon im Zug an, um halb 10 fuhren wir ab, ich stieg also in Zug und suchte meinen Arbeitskollegen (3. Lehrjahr) fand ihn dann mit 4 anderen in nem 6er Abteil, verstand mich auf Anhieb mit allen, aber kaum waren wir losgefahren, holten sie schon den Alkohol raus, wurden also 2 Flaschen Sekt aufgemacht und über alte Zeiten geredet, sprich wie sie jeden Freitag nach der Berufsschule (habe 10 Wochen Blockschule in Braunau) sich im Zug weggekippt haben, wie lustig es immer sei und eigentlich wollte ich da schon nicht mehr, es war also der Beginn einer Sauftour.


Ging natürlich am Abend weiter, durften von der Firma aus nur 3 Bier/Radler trinken, aber die schlauen Lehrlinge, hatten selber Alkohol mitgebracht und so gings dann halt ohne Chefitäten (komisch Word kennt das Wort nicht, aber ich hoffe ihr wisst was ich meine) weiter. Einfach klasse.


Ich muss dazu sagen, ich war nie wirklich jemand, der sich jedes Wochenende auf die Piste geschmissen hat, aber ich hatte trotzdem meinen Spaß, ich bin jemand, der lieber gemütlich mit Freunden ein Bier trinkt, als dass ich mich zuschütten muss, dass ich mich am nächsten Tag nicht mehr erinnern kann, war ich nie und werde ich wahrscheinlich auch nie sein.


Und genau hier liegt mein Problem, die Menschen in meinem Umfeld, saufen sich jedes Wochenende weg, am besten schon am Donnerstag damit anfangen, weil sonst könnte man ja noch eine wichtige Party verpassen.


Leider ist es mittlerweile auch so, dass ich kaum noch „normale“ Gespräche mit meinen Freunden führen kann, weil es dreht sich halt echt nur mehr drum, mit wem man letztes Wochenende im Bett war, dass man sich gar nicht mehr an alles erinnern kann usw. Wie soll ich da noch mitreden können, ich bin einfach ein ganz anderer Mensch, ich bin irgendwie Reifer im Blick aufs Leben, aber schlussendlich bringt mir das nicht viel, eigentlich gar nichts, manchmal wäre ich auch einfach so ein Leichtsinniger Mensch, dem es egal ist, welche Konsequenzen sein Handeln hat, dem es nur ums hier und jetzt geht und dem es egal ist, wo er in 5 Jahren steht, aber irgendwie kann ich das nicht.


Wo gehör ich hin?  

4 Kommentare:

Scoottery hat gesagt…

Wo gehöre ich hin? Eine gute Frage - nur wenige können diese sicher mit 100% Sicherheit beantworten. Man muss seinen Weg finden und sich seinen Platz im Leben selbst schaffen. Aber ich denke, Du bist auf dem besten Wege dazu. Natürlich wird dieser Prozess erschwert, wenn man mit vielen jüngeren Menschen zusammen ist, welche andere Ansichten haben, als man selbst. Und wenn man in dieser Situation feststeckt, so wie es in der Ausbildung nunmal ist, dann ist das natürlich blöd. Aber Du wirst schon noch Dein Lebens-Eckchen finden und in ein paar Jahren hat sich das alles relativiert. Alles Gute dabei!

rachel lindenbaum hat gesagt…

auf alle fälle gehörst du nicht zu den hirnlosen säufern, deren einziger lebenszweck party ist. und das ist auch gut so. man muss nicht jeden mist mitmachen, nur um sagen zu können, dass man ihn mitgemacht hat. du machst das genau richtig und sehr gut so. und mit der zeit werden sich auch in deinem umfeld menschen finden, die mit der selben reife auf das leben schauen wie du. denn für einen 20-jährigen machst du mir einen sehr erwachsenen eindruck. vielleicht "gehörst" du eher in eine gruppe von mittzwanzigern? ;)
geh deinen weg so weiter, denn er ist gerade und es ist DEIN weg. er hängt von niemandem ab. so wie du nicht zwangsläufig einen weg einschlagen musst, der dir nicht gefällt.
lg von der rachel, die schon weise 31 jahre auf dem buckel hat. :D

Christoph "Yaab" Lucassen hat gesagt…

ich glaub, dass wir gute freunde wären! ^^

hübsches neues design übrigens...

deikitschi hat gesagt…

Das Problem kannte ich auch mit 20. Ich war und bin nie der Party-Löwe gewesen und meine Altergenossen kannten auch keine andere Freizeitbeschäftigung als auf Partys zu gehen und sich dort zu besaufen. Ich hatte mich nicht beirren lassen und ging ins Kino (auch alleine), spielte regelmäßig Squash (darüber machten sie sich lustig) und verbrachte meine Freizeit zu Hause oder ging spazieren (mit 20, wie peinlich).

Dir empfehle ich, das du so weiter machst wie bisher. Du bist nicht der Typ glaube ich), der seine Freizeit nur aus Bettgeschichten mit entsprechendem Alkoholgehalt verbringt. Es ist vielleicht eine schwere Zeit für dich, aber halte durch, sie wird vergehen. Wenn du deine Ausbildung beendet hast und nicht mehr in die Schule musst, hast du es geschafft (meine persönliche Erfahrung).

Kopf hoch und halt die Ohren steif. ;o)